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Philip Morris

Kommissoin Reinhaltung Der Luft Im Vdi Und Din Krebserzeugende Stoffe in Der Umwelt Herkunft Messung Risiko Minimierung

Date: 19910425/D
Length: 11 pages
2026223902-2026223912
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Fields

Author
Jockel, K.H.
Type
PSCI, PUBLICATION SCIENTIFIC
BIBL, BIBLIOGRAPHY
CHAR, CHART, GRAPH, TABLE, MAPS
Area
DEMPSEY,RUTH/OFFICE
Site
E12
Master ID
2026223571/3912
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Stmn/R1-037
Characteristic
FLGE, GERMAN LANGUAGE
Author (Organization)
Vdi
Verein Deutscher Ingenieure
Litigation
Stmn/Produced
Date Loaded
05 Jun 1998
UCSF Legacy ID
iee46e00

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Vol BERICHTE 888 VEREIN DEUT'SCHER INGENIEURE 2026223902 KOMMISSION REINHALTUNG DER LUFT IM VDI UND DIN KREBSERZEUGENDE STOFFE IN DER UMWELT Herkunfi Messutrg Risikb Minimierong Kalloquium Monnheim, 23. bis 25. Aprii 1991 VDI VERLAG
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Passivra-chen - gewertung der epidetrtiotogischen Bef unde K.=H: Jockel, Bremen 2026223903 ,Z.,ueammenfaseuna Die bielogiech plausible Itypotheee bin9r lungenkariinoge- nen Nirkung passiv inhaliertbn Tabdkrauche (Environmental Tobacco Smoke) scheint dutch die verAeg9hde Evidenz ep#= demiologiacher Studien gesttltzt zd werden. Soxohl FaJ.1- Kontroll-Studien ale auch ltahortenstudien weisen Uberein- stimmend in der Tendenz erhShte relative ttieiken aus, die bei einer Hetaanalyee, basierend auf inegeaamt 14 Studien, ein um 336 erhShtee Risiko fUr- Pae$ivrauchen durch den rauchenden Lebenepartner nahelegen. Die an diesen Studien geNuf3erte Kritik wird diekutiert und im Gesamtzueammenhang gewUrdigt. DarUber hinaus wird Uber die $rqebniaee einer Methodenetudie und erste Ergebniese einer Fa11=Kontroll- Studie berichtet. 1: Einleituna Tabakrauch beeteht aus eehr vielen chemibchen Einzelsub- stansen, von denen eine grof3e Zahl toxiech, bzw. aowohi beim Tier ale auch beim Menechen nachgewieeenermal3en kar= zinogen iat /3/. Whhrend die Fiumankarzinogenitgt des ak- tiven Sigarettenrauchene kaum mdhr ernethait beetritten wird, werden Uber die gesUndheitlichen Auswirkungen den sogenannten 'Paeaivrauchena'y ini engliechen Sprachgebrauch zutreffender ale Environmental Tobacco Smoke (ETS) be- zeiehnet, heftige wiseenscha€tliche 1Controvereen ge€Uhrt: Dabei ist unbestritten, daB im Nebenetromrauch viele der wirksamen Karzinogene in eehr viel hfSherer Konzentration vorkommen ale im itauptatromrauch, den der aktive Rauch9rr inhaliert: gTS, das vom Paeeivraucher inhalierte Stoffge-
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minch, setzt sieh dabei 9ue den beiden Einzelkomponenten Nebenstromrauch und exhalierter Hauptstremrauch des bzw. der im Raum befindlichen Raucher additiv zusammen. Ob die karzinogenen Einzelsubstanzen dieses Stof€gemischee tate8ehlieh das 'zielobjekt' Passivraucher/in wirksam er- reichen, wird im Hinblick auf Gas- und Partikelphase wie= derum kontrovers diekutier.t /7/: Tierexperimente isoliert betraehtet konnten biaher und werden vermutlich such in Zukunft Uberzeugende Ergebnisse nicht liefern, da diese Experimente im Vergleich zu menschlichen Situatienen unhb- lieh hohe Schadstoffkonzentratianen aufweiaen. 7ie1 dieses Beitrages int es, vor dem Nintergrund der oben geschilderten Situation den bisherigen und zukUnftig m2fg- liehen Beitrag der Epidemiologie zur Frage der Karzi= nogenitMt des Passivrauchena darzustellen. Dabei wird auf die auftretenden methodisehen Probleme und deren Relevanz beeonders einqegangen; m8gliche LBsungsweQe zur Umgehung soleher methodiechen Probleme sollen aufgezeigt werden, erate Ergebnisse einer laufenden Studie werden vor- gestellt. Dabei werden wir uns, obwohl der Aktivraueh ein potentes Karzinogen such fUr andere Lokalisationen ale die Lunge darstellt, vgl. /3/, auf die lungenkarzinogene Wir= kung beschrhnken: Der Grund hierfUr ist einerseite in der auAererdentlichen Potenz dee 1lktivrauehens fUr das Lun- genkarzinom begrUndet, andererseite in der Zahl bisheriger epidemiologischer Untersuchungen zu diesem Thema. 2. VerfUabare eaidemieloa4sche Evidenz In einer kUrzlich ersehienenen Ubersicht weisen Saracci und Riboli /10/ 11 epidemiologische Fall-Kontroll- und 3 Kohortenstudien aus, die sich mit dem Zusammenhang zwi- echen Lungenkrebe und Paesivrauchexposition beechAftigen. Aufgrund kleiner Fallzahlen in den Einzelstudien, vgl. Ta- belle 1, sind die Konfidenzintervalle fU- E7lae relative Ri= eiko des Pas.sivrauchens €0r keine der ausgewiesenen Fall- ._ Kontroll=Studien und nur fUr eine Kohortenstudie gr.S/ler als 1, was dem statistisch signifikanten Naehweis einer karzinogenen Wirkung entspricht. In der zusammenschau aller 2026223904 Studien, einer sogenanntPn Metaanalyse, erhalten Saracci und Riboli jedoeh af.nq Schlitzung fUr das relative Riaiko in il8he von 1.35 mit ef.- nem 95%igen Vertrauensbereich von 1.2 bis 1.52. Dabel; wird ale kleinster gemeinsamer Nenner dieser Studie Pos- eivrauchen ale Exposition gegenflber einem aktivrauchenden Lebenspartner verstanden. Ein relatives Risiko von 1.35 bedeutet, da9 ein gegenUber dem rauchenden Ehepartner ex- ponierter Nieraucher etn um 35% hfiheree Risiko besitzt, nn Lungenkrebs zu erkr.anken, ale ein nichtexponiorter Nlr.r.nu- eher. Zwar eind auch nach 19©7 noch eine Reihe weiterer epidemiologiseher Studien zur genannten Fragestellung er.- sehienen, jedoch ktSnnen diese, solange man die grund= stitzliche Validitgt der Studien nicht in Zweifel zieht, aufgrund der relativ geringen Fallzahlen nichts am Bild der bielang kumulierten Evidenz 8ndern. Es ist interessant anzumerken, daf3 das aus den ausgewiR= eenen Fall-Kontroll=Studien ermittelte relative Risiko von 1.27 nicht relevant von dem der Kohortenstudien in F[tShe von 1.44 abweicht, wae gegen die hgufig vermutete Tatsache spricht, daJ3 Erkrankte (hier an Lungenkrebs) eher einem exogenen Faktor, ntsmlich dem Rauchen des Partners, die Schuld an ihrem Zustand geben. Dennoch wird an den obigen Formulierungen bereits die Crux bisheriger epidemiolo- gischer BeweisfUhrung deutlich. Passivrauchen wird redu- ziert auf das Vorhandensein eines rauchenden T.e- benepartners. Dabeil ist jedoch bekannt, daB Menachen auch
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20262239p5 Tabelle 1. Ep{dimloloyliche Sludlen zum Zueemmenhan0 zwlaehen Lungen- Tebelle 1(Fertsetzunp). Epldemlologlsche Studlen zum Zusemmenheng zwlttchen kreba und Passlvrauchen Lunyenkrebs und PasSlvrauehen Fell-Ron trollStodten Aulor u. Jahr Land Lungcnkrebs• Konlrollen Rcln(ivcs 95% Konfideny. Rnhnricnatudlen Aulor u.lahr Lantl Caingenkrebs= Kontrollcn ik ll n l ReGtive 95% Kunfi• r Ri ik i relle PxPositionl) Exposition Risiko inlervall dcr Publ it e ntin Expositionll Exposition - s o dcnz nte v.1ll ja/nein ja/ncin ja ncln ja nein Chan & Fung. Itong Kong w 34/50 GG173 0.75 0.45•1.31 (lnrt'inkcl, 198.1 U.S.A. w 88 65 1271Cd 49422 1.18 0.90 I.S•I 1982 ( iillis ct al. Scotland w 6 2 1388 521 1.00 l).20-4.91 (:orrea el nl., U.S.A. w 14/8 GI/72 2.03 0.81•5:(18 I7R4 m 4 2 306 515 3.25 .W• 17.65 19R3 m. V6 2Cd 154 2.29 .30-17.33 I ti ynma ct al: Japan w 146 37 63287 21858 1 63 1:25-2:11 Triehopouloe t7ricchen- w 3R/2^ 81/109 2.11 1,17-3.78 ro 1984 m 7 57 1003 19222 . 2.25 1-04-4.86 el al. 1983 Innd nemer ct ai., U.S.A. w 33/ 8 164/32 0:80 0.32-199 (ksnmt 251 163 193148 91538 1.44 1.20:173. 1984 Knbnt R Wynder, US./A: w 13/11 15/10 0.79 0.25•2:48 Klelnannlyse fllr Fall- Kontroli- 1.35 130-153 1984 m 5/ 7 5/7 1.00 0.20-5.0G ond Kohortenaludlen (larfinkel et al. U.S.A. w 91/43 254/148 1.23 0.81-1.86 19g5 (naeh Saraeci & Riboli (1989)) Akiba et al. Japan w 73/21 188/82 1.48 0.87-2.52 1) Pxpasition wird ala Zuaanuncnlcben mit raue6endem Partner dcGniert 1986 m 3/16 9/101 2.45 .45-13.45 Lee et al England w 22110 45/21 1 03 0A1•2 58 en anderen Stellen als #m privaten Lebenebereieh gegentlber . 19R6 m 8/7 14/1G . 1.30 . 0.37-4.54 Tabakrauch exponiert sein ktSnnen:- Ein weitaus gra- Koo ot al Ifong Kon w 51135 66/70 1 54 89•2 67 0 vierenderea Problem besteht jedoch -darin, da13 eine kar- . 1988 g . : . zinogene Wirkung, wenn Uberhaupt, Uberzeugend nur An Perahagen hw S de w 33/34 150/197 1 27 0 75=2 18 rsogenannten Nierauchern nachzuweisen ist, und man dabel et a1.1986 e e n . . . evidenterweiae auf die JUlgaben der befragten Personen Humble et al US A m 15/ 5 91/71 2 16 0 843 52 angewieaen ist. Dies fUhrt zu dem Problem derr . : . 1987 . . . 'Verzerrungen', mit dem wir uns im folgenden beaeh2lftigen (Tuamt 440/291 1291/1197 1.27 1.06-1.52 wollen. (nach Saraed & Riboli (1989)) 3. MBaliche yerzerrunaeauellen 1)P.xrosltion wfrd ah Zusanunenleben mil rauehendem Partncr definiert Verechiedene Studien haben gezeigt, dall eine Reihe von Persanenr die sich selbst alts Nieraucher bezeichnen, in Hahrheit .t:gendwann in ihrem Leben einmal geraucht haben.
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2026223906 Da maniaufgrund empiriecher Befunde davon auagehen mu13 /6/p dht3 Rtiucher oher mit Rauchern verheiratet aind als mit Nierauchern, folgt, daB unter den fhlschlieh ale Nierauchern, eingeetuften Rauchern (mit einem gegenUber wirklichen 1 Nierauchern deutlich erh8hten Lungenkrebar#= eiko) ein htiherer Anteil eine Paeaivrauchbelastung bejaht. Der Bffekt dieeer sogenannten Fehlkiasaifikation iet als hypothetiechee Beiepiel in der Abbildung i dargeatellt. Dabei wird davon auegegangen, daB 2.5% aller eelbetre- portierten Nieraucher in,Wahrheit Raucher sind und dall 66% allor Mirklfehen Nieraucher, aber 82% aller vermeintlichen Nieraucher eine Paneivrauchbelaetung bejahen. Die Peeteetzun9 dieser hypothetieehen Daten erfolgt in Anleh- nung an dae Buch von Lee /6/, dessen Arbeiten vom Tobacco Advieory Council, einer Suborganiaation der britiaehen Eigaretteninduetrie; unteretUtzt wurde. Legt man nun eine Neuerkrankungerate von 5 e 100.000 fUr Nieraucher zu- grunde, unabhhngig davon, ab ea sich um Pasaivrauchbela- etete odor Niehtbelastete handelt, so ergibt sich bei ei- nem 20fach erhtShten Risiko fUr das Aktivrauchen (Neuer- krankungerate 100 t 100.000 fUr Aktivraucher) ein ver- meintliches relatives Risiko von 1.26. Dies bedeutet, daB bei den angenommenen GrBnenordnungen, ohne tatedchliehen BinfluB doe Paeeivrauchene, eine scheinbare Riaikoerht5hung um 26% der angenonunenen Fehlklaasifikation und dem 'Ag- gregationeverhalten' der Raucher geachuldet iet. Es sei an dieeer Stelle darauf hingewieaen, dal3 eine andere Baeieneuerkrankungerate ale 5: 100.000 den dargeatellten artifiziellen Befund nicht verhndert. Somit wtlre in einer epidamialogiechen Studie aufgrund der geachilderten Verserrungequelle - gelte diese alleine - ein relatives Risiko von 1.26 durchaus plausibel, ohne daB in Wahrheit irgendain Risiko dee Paeeivrauchena beetllnde. So achliel3t denn auch Lee /6/, daB die bisher in epidemislogiachen Studien beobachteten Riaikoerht3hungen fUr dde Paeeivrau- I t. I ~ e 0 0 J e ,lo n •14 0 i i n l e n n Q e e • 0 •~c o ~ s•e QL v ~ .~~ ~~i A 1~ am : ~ 4 ~ Q • : 3a . i g o ~. 4 ~ p C C ? i J - 7 o ~ _ • a . ~ < m ¢
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crhiqn h8chatwahrscheinlieh auf derartige Verzerrungen zu- r.ticksufUhren eeien: Irritieren mag an dieser Stelle, daR wold et al. /11/ unter leicht anderen 1Fnnahmen zu kontrovereen Ergebniaaen komment Eine 30%ige Erhehung des Rietkoa fUr das Paasivrauchen sei durchaus wahracheinlich. Der Effekt der verachiedenen Parameter auf eine scheinbare RieikoerhtShung in dem eben vorgestellten hypothetiechen 13elepiel kann der Tabelle 2 entnomanen werden. Tsbslls 2. SehNnbers Rlsiko.rh8hun9 fOr untsrschtedilchs Annahmen Ober Fehl- ktseslllkatlonsrttt. fr, rslattvss RLIko dss Rsuchens RR und Pas.IvFauchbelastune bel Rsuohern a(Passivnuchbsla.tets unler tilerauchem 66 %) 2026223907 da/f die inzwisehen durchgefUhrten epidemiologieehen Stu- dien zum Risika von Herz-Rreislauf-Erkrankungen ebenfalls relevante Risikoerhtfhungen zeigen vgl, /1/. Ware der beob- achtete Zusammenhang zum Lungenkrebs allein der dar- gestellten Fehlklassifikation geschuldet, so mUj3te (bei gleicher pathogenetiseher Wirkungakette) aufgrund des sehr viel niedrigeren Risikas des Aktivrauchons fUr Herz-Kreis- lauf-Erkrankungen,(etwa 2 i 1 im Vergloich 10 t 1 fUr den Lungenkrebs) die RisikoschHtzung fUr das Pasaivrauchen um eine Grdi3enordnung niedriger sein, wie ebenfalle der Ta- belle 2 zu entnehrnen ist. Uberdies darf nieht Ubersehen werden daB neben d erade , er g RR\s 70 t 80 % 02 8 beschriebenen Verzerrungaquelle eine Reihe weiterer m6gll- V n- 2.5 2 +0.$-i +1.5 8 +1.7 % cher erzerrungsquellen wirksam sein kann, die zum Tell 10 +3.3 % +12:1 8 + 14.0 % Effekte in die entgegengeaetzte Riehtung bewirken, vgl. Tabelle 3. 20 +5.8 % +22.6 0 + 26.5 % Tabells 3. Auswlrkunpen wetlerer Verzemun®en auf eln sbpeleltetes relatlves Rlsiko (RR) des Passlviauchens n~ 5% 2 +0.8 % +2.9 i +3.3 % 10 +5.5 % +21.2 a + 24.8 % Ursache Wirkung auf RR1) ~ "Niehtexponierte" sind in 20 +8.8 % +36.2 9 + 43:0 % Wahrheit_doch exponiert (ubi uitarea Vorkommen von ETS Bemerkenewert hieran ist die Tatsaehe, da B die eehe inbare q ) Niehtdifferentielle Fehl= klassi€ikation der Exposition # Risikoerhdhung releva nt v om angenommene n relativen Risiko FUlle untertreiben/Kontrollen dee hktivrauehena abhfingt. Dieses reduziert die Kritik von Ubertreiben die Exposition ~ bee und andere nt So ersch eint es wenig plausibel, dali die F811e Ubertreiben/Aontrollen fdlschlicherwe ise als Nieraucher klassifizierten Raucher untertreiben die Exposition T zu den sehr starken Rauchern geht3ren, fUr die relative Nichtrauchende Lun enkrebs€glle Risiken gr813er als 10 angenommen werden mUssen. Plausibel g werden nieht als eaiche erkannt i iet vielmehr, daB diese zu der Gruppe der seltenen oder Geringraucher geh8ren, fUr die wir naeh aller epidemiolo- giechen Evidenz von deutlich geringeren Risiken ausgehen mUseen: Einen zusatzlichen Drimpfer erhalten ICnI`ltiker, die dns oben genannte Deispiel bemdhen, durch die Tatsache, 1) + f bodeutet, da8 das relative Risiko unter- (Ober•)ccfiatzt wird. 4
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Ob und wie die geechilderten Verzerrungaquellen auf epidemiologieehe Befunde wirken k2Snnen, kann theoretisch nicht fe.etgestellt werden. Empirisch acheint der einzige Weg zu einem Erkenntniazugewinn nur Uber eine Verbesserung des epidemiologiaehen Inatrumentariums erreichbar zu sein. llierzu iet ea besendere bedeuteam, zu einer validen quantitativen nbechgtzung der Passivrauchbelastung unter AerUcksichtigung anderer Expositiansquellen als dem rauchenden Ehepartner zu kommen. 4_Fraebnisse einer--Methodenetudie Dan fUr eine validere 1lbeehMtzung der Exposition erfor- derliche Inetrumentarium zu entwickeln, war iEufgabe einer ~ 0% von der International Agency for Research on Cancer (IARC) durchgefUhrten internationalen Studie, an der sich dae nremer Institut fUr Prgventionsforechung und Sozialmedizin (DIPS) ale eines von 13 Studienzentren in 10 Lbndern heteiligte. Im Jahre 1986 wurden 100 nichtrauchende Frauen in Bremen zu ihrer Passivrauchbelastung in den letzten 7 Tagen mit einem standardisierten Fragebogen befragt und es wurde die Ausacheidung von Kotinin (eines spezifisehen Metaboliten des Nikotins) im Urin beetimmt: Die Ergebnisse eowohl der nationalen ale auch der internntionalen Studle liegen inzwischen als VerBffentlichungen vor /8/, /9/. von den 100 befragten Frauen zwischen 39 und 67 Jahren waren 49 berufettitig, 51 gingen keinem Erwerbsberuf nach. Der Abbildung 2 ist zu entnehmen, dal3 ein relevanter Anteil der zeitlichen Passivrauehbelastung nach eigenen Angaben durch den rauehenden Ehemann verursaeht wurde. Jedoeh zeigt sich ebenfalle deutlich, daJl auch andere Rxpoeitionequellen, wie etwa der 14rbeiteplatz oder andere uffentliche Gelegenheiten, relevant zur erfragten Pas= sivrauchbelastung beitragen. Wie der Tabelle 4 entnommen werden kann, besteht eine durchweg guie Korrelation 2o2s2239os 60% 40% 3 0'1x 20% MH 1' !`~: M ~ ~ Ehomnnn /tnclele /'n,aonnn Yu 119uee Andero p1lvelo OoloCenhel lon Mu/nrn f111nntllcfio UolepeYihnllon Atbelleplnlt Abblldung 2. Anloll der Paeelvrnuchbelaelung ilneh Belnelungequelle (In %)
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zwiechen dem 'objektiven' Marker der Pnaeivrauchbelastung, tlem Kot:inin im Urin, und der aus dem Fragebogen nrmittelten Gesamtbelastung. T.bell. 4. KorrsLtlon zwiechen relatlvem Kotinlnrsplegal und Belastungaan0aben eue Frape9eqen (8pearmenaeher Ranpkorrelsltomkoefflzlent). Gewlehtete zelUlche Bela= elungt) n.ch Etpenangaben ohne miO der Berilcksichtigung Konzentration puelle Gesamtbelaetung :0:71 0.61*** Ehemann 0:59 0.59 andere Personen 0:43 0.42**~ zu,Hause hrbeitaplatz 0.15 0.10 Fahrzeuge 0.26* 0.37*** sonet: t;elegenheiten 0.17 0c22# t) DertlcktlehtJgung der Ftelbwertuit dcs Kolinin von 32 Slundeo P) Volumen und Menge ~P <3% ~~P < 1% P <0.1':G Ber.ogen auf einzelne Belastungequellen gilt dieses in vergleichbarer Weise, wobei der Arbeitsplatz nicht die Grenza statistischer Signifikanz erreicht. in der inter= nationalen Studio /9/ zeigt sich jedoch auch fUr diese Expasitionsquelle ein etatiatisch signifikanter Zusam- menhang zwischen den Eigenangaben der Probandinnen und dem Rotininepiegel. Es mu13 daher davon ausgegangen werden, da8 der hrbeitsplatz eine relevante Belastungsquelle fUr Passivrauchen darstellt, wenn auch die Erfaseung unter anderem wegen hochvariabler Raumgrdlien der Arbeitepllltze mit erhebliehen Problemen behaftet zu sein acneint. r&A WrKiI.J Ill' :1)9 2026223909 Insgesamt jedoeh dUrfen diese Befunde als Ermutigung an- gesehen werden, in zukUn€tigen Studien ein verbessertes Erhebungsinetrument einzusetzen, das zu einer valideren Abschtitzung der Passivrauchbelastung bei Nichtrauchern fUhrt. Ein aue den Erkenntniseen dieser Methodenstudio abgeleitetee Instrumentarium wurde in Kooperation mi.t der IARC entwiekelt und wird zur Zeit ale Teii einer Ln- ternationalen Studie eingesetzt. Erste Ergebnisse des deutschen Teils dieser Studio, die zur Aufhellung arbeitsplatzbedingter Lungenkarzinogene beitragen 6611, werden im folgenden vorgesteilt. 5.--Erste Ereebnisse einer laufendest- Studie zum Zusamrnen- ha-na zwisehen-Lunaenkrebs-und Passivrauchen In einer vom BMFT geft3rderten Fall-KontFOll-Studie, FSrderkennzeichen 01 HK 546/8, vgl. /5/, soll der zusam- menhang zwischen Lungenkrebs und Risiken am A.rbeitsplatz nhher untersucht werden. Diese Studie zielt auf eine Fallzahl von 1.000 Lungenkrebspatienten und die gleiche Zahl von Kontrollen aus den Grof3rgumen Bremen und Frank- furt. Alle Personen werden detailliert zu ihrer Be- ru€sanamnese und dem Rauchverhalten befragt. Personen, die angeben, nie Uber einen Zeitraum von ioehr ale 6 Monaten rege-lm>:Il3ig geraucht zu haben (Nieraucher und Gelegen= heitsraucher), werden zu ihrer lebenslangen Exposition ge= genUber ETS befragt. i11s potentielle Expositiansquellen werden Passivrauch in der Aindheit, durch den Ehepartner, durch andere Personen in der Wohnung, in Fahrzeugen und bei sonstigen lt;n121ssen berUcksichtigt. zur Studienmitte liegen von 33 FAllen und 115 Kontrollen, die sich selbst ale Nie- und Gelegenheitsraueher bezeichnen, die entspre- chenden Angaben ver. Ohne auf Einzelheiten des Designs n8her eingehen zu kgnnen, sollen im folgenden orate Er- gebnisse dieser Studie vorgestellt werden. Dabei kbnnen
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5J1 and eollenp echen aufgrund der geringen Fellzahlen; die hier vorgestellten Ergebnieae keinen abechlief3enden Befund daretellen, eondern vielmehr einen ersten 2wiechenbericht einer Studio liefern, die vereucht, die in Abechnitt 2 geechilderten Probleme zu Uberwinden. Dem Ubereichtreharakter dieeer Arbeit enteprechend kann dabei nicht die Funktion einer epidemiologiechen Baaiepubli- kation Ubernommen werdenr so daA der geneigte Leeer wichtige Teilinformatienen notgedrungen vermiaeen wird. Da jedoch deuteehe 8tudien zu dieaem Thema bielang Uberhaupt nicht verfUgbar aind und die erreichten Failzahlen durehaue im Bereich der in der Tabelle 1 auegewieeenen Studion liegen, erecheint ee gerechtfertigt, hier Uber orate Reeultate zu beriehten. Die Gruppe der Nie- und Gelegenheitaraucher macht bei den HBnnern 2% aller F811e und 16% aller Kontrollen aus. FUr die Frauen belaufen sich die enteprechenden Ziffern auf 29% und 49%. Operatianaliaiert man die Paeaivrauchbela- etung Uber daa zueaadnenleben mit einem rauchenden Le- benapartner, eo ergibt aich ein relativee Risiko von 2.46, vgl. Tabelle 5. Um die bereits geechilderten Schwierigkeiten zu umgehen, wurde ein alternativer Expeeitionaindex beatimmt, der auch die Ubrigen Belaetungsquellen einbezieht. Dabei gilt eine Pereon ale belaetet, wenn sie fUr irgendeine Belaatunga- quelle Expoeitionen im oberen Quartil der gemeinaamen Verteilung ailer Befragten angibt. Daa eich aue dieaer Expoeitienadefinition ergebende relative Riaiko betrhgt 2.64 mit einem etatietiachen Vertrauenabereich von 1.15 bia 6.07, vgl. Tabelle 6. 2026223910 Tabetlp 6: Er.te Erge9nlete elner ePldemloloylechen Falt-Kontroll-Studle xum Lungen- krebetl: Auswlrkunp der Passlvrsuchbelastunp Lebenapartner raucht(e)3) ja nein m m denzintervall Ftllle Rontrollen RR2) 95t=Ronfi- 1 17 25 2.46 0.94=6.43 1.0 Referenz 1) gcfbrdert aus Mitteln des BMFT, FOrderkennzeiehen 011 1K 546 8 2) adjustiert IUr Gcschleeb(, Rsuchslntus (Nierauchcr, Oelegenheitsrauchcr) 3) fUr_cinen Fa8 kA: Tabefle 9. Erste Erpebnlsse elner epidemlolo8lsehen FeI1-Kontroll-Studle zum Lungen- krebs'l: Auswlrkung der Pasalvrauchbefastunp Fglle lfontrellen RR2) 958-Konfi- denzintervall 11 20 59 Relevante Belastung3) fUr irgendeine Quelle ja nein 20 26 25 44 33 115 2.64 1.15-6.07 1.0 Referenz Z) gef8rdert aus Mitteln des BMFT, Fdrderkeaeuichen 01 HK 546 8 -) adjustlert fOr Qeaclilecbt, Rauchstatus (Nicraueher, Gelegcnheitsrauehcr) 3) fOr i-rpadeino lielastungsquelle (m eberen Quartil der Vertcilung, Bchstungsquellcrt: Kindheit: Ehepartner, Wohnung, Arbeillatz. bel senst. Anldascn I w 13 m 8 .... . .. ,~ ~....'. -.^~H.i~.W~.T:. ~ .. . ~. ; ~.. . . . ... - - ~..~.r. ...~ .S..t . . .u~..n.+M•~w.ldwr.~. - . ..... . . . . . . ..........+~..... • . . . .+MI
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Nie' die Tabelle 7 aueweist, 1!f)3t sieh mit dieser Expo- aitionadefinition auch die simultane Wirkung mehrerer Ex- pasitionaqudllen absch8tzen. Tabala 7. Relathht Rlslko In Abhinpipkeit von der Hbhs der Paeslvrauchbelaetunp RR1) P-Wert I. Relevante Belaetung2) mittel 2.12 13.2 % hoch 3.43 1.8 % II. Relevante Belastung ohne Shepartner vorhandAn 2.53 4.4 % Relevante Belastung3) durch Shepartner mittel 1.82 40.1 % hobh '* 3.49 11.5 % III . Relevante Belastung durch Shepartner vorhanden 2.60 10.1 t Relevante Belastung3) durch andere Quellen mittei 1.83 27.4 • hoch 3.67 2.9 % 1) r,_d)_utUort fllr Oescbke6t uad Raucbs(atua (Nierauchcr, tleiegenheltaraurher) 2) r,er6tadee - fCr Ggeadcine QueUo im oberen Quartil dor Vortotleng, mtttol - vorhaadee4 aber ntcht Socb, 6oc5 - ober6aib der; 90 %=Perxentils der Vertellung 13) tulrt7lkbe Betutunng Betrachtet man die beiden Quellen 'Exposition durch den Bhepartner' und 'andere Expositionsqueller - Gesamtheit 202622 %136 911 aller Quellen ohne Ehepartner)', so kann man das Pae- sivrauchrisiko einer der beiden Quellen echlltzen und den Ein€lu13 der jeweile anderen Quellen dosisabhgngig un- tersuchen. Es deuten sieh Rieikogradienten an, die fUr die jeweils htlchste Stufe des geetuften Merkmaia statiatiech eignifikante Risiken aueNeieen. Die bisher erhaltenen sefunde aeheinen die im Abachnitt 2 diesea Beitrags dargeatellte epidemiolegische Evidenz zu untermauern, ohne dali sie aufgrund der noeh limitierten Fallzahlen letzte Sicherheit geben kt3nnen. Ena$hnt sei an dieser Stelle, dafl Subgruppenanai3•aen (getrennt nach Geschlecht, bzw. Rauehstatus (Nie- bzw. Gelegenheitsraucher)) ohne Erreichen der statietischen Signifikanzgrenze in dieselbe Riehtung deuten. WUnschenswert wilre es sicherlich, die erhobenen Befragungsergebnisse zu validieren. Entsprechende Mittel hierfUr atehen jedoch zur Zeit nicht zur VerfUgung. 6. 13iekuesian Es sollte deutlieh geworden sein, dal3 zum gegenwgrtigen 2eitpunkt die Frage nach dert gesundheitlichen Au®wirkungen des Pasaivrauehene, inebeaondere der Lungenkartinogenitht, wissenschaftlich ale noeh nicht- endgUltig abgeklhrt betrachtet werden kann. Sicherlich mUssen die Axgumente der xritiker der bieher vorliegendert epidemiologiachen Evidenz /6/, /7/ durchaue ernst genommen Nerden. Jedoch sollten die Uberlegungen im Abechnitt 3 deutlich gemaeht haben, daB eine einaeitiye Fokussierung auf auegewghlte Verzerrungsquellen dem Gesamtproblem nieht gerecht wird. Methodenatudien, vgl. Abachnitt 4, aber laesen eine valide retrospektive Erfassung von ETS mdglich ereeheinen, vgl. /7/, /8/, /9/. Darauf aufbauende Untersuchungen, wie die in Abschnitt 5 dargestellte Studie, sind geeignet, relevante Erkenntniafortsehritte zu liefern. Ihre

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